17. Januar 2023

MMA Regelwerk aktualisiert

Mixed Martial Arts (MMA) unterliegt als vergleichsweise junger und dynamischer Sport stärkeren Veränderungen als älteren Sportarten. Folgerichtig wird auch das maßgebliche Regelwerk für MMA, die sogenannten „Unified Rules of MMA“, regelmäßig modifiziert und an die Entwicklungen angepasst. Auch in den letzten Monaten haben die Regulatoren der Association of Boxing Commissions and Combative Sports (ABC) und der International Mixed Martial Arts Federation (IMMAF) kleinere Anpassungen vorgenommen.

Die German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) ist bemüht, ihr Regelwerk auf dem neuesten internationalen Stand zu halten. Daher hat die GEMMAF zum 01.01.2023 fünf Änderungen im Regelwerk vorgenommen, wobei vier Änderungen das Profi- und Amateur-Regelwerk und eine Änderung nur das Amateur-Regelwerk betreffen. Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick über die vorgenommenen Änderungen sowie deren Hintergründe geben. Die vollständigen Regelwerke sind zu finden unter: gemmaf.de/downloads


Änderung 1: Klarstellung zur Verwendung von Bandagen

Gültigkeit: Amateur- und Profi-Regelwerk.

Grund der Änderung: Regelanpassung der ABC

Der neue Regelwerkstext lautet folgendermaßen:

GEMMAF Regelwerk Update 2023
Umgang mit Bandagen präzisiert

„Bandagen für Knie und Sprunggelenke sind erlaubt, solange keine Polsterungen und rutschhemmenden Materialien sowie anderweitige Fremdmaterialien (z. B. Plastik, PVC, Metall) vorhanden sind, die einen unfairen Vorteil bewirken könnten. Solche Bandagen werden nicht als Equipment bzw. Kleidung eingeordnet und dürften daher nicht durch den Athleten selbst gegriffen oder genutzt werden (z. B. zur Verteidigung bei einer Submission). Eine vorherige Abnahme der Bandagen durch die GEMMAF-Offiziellen oder den GEMMAF-Supervisor ist nötig. Die GEMMAF empfiehlt, dass die Farbe der Bandage entweder schwarz oder entsprechend der Farbe der Ecke der Athleten entweder rot oder blau sein soll.“

Bandagen waren bereits im vorigen Regelwerk erlaubt. Unverändert gilt, dass Bandagen keine Fremdmaterialienenthalten dürfen und eine Abnahme durch einen GEMMAF-Offiziellen oder GEMMAF-Supervisor notwendig ist.

Im neuen Regelwerkstext wurden allerdings einige Spezifizierungen vorgenommen. Einerseits wird konkretisiert, dass Bandagen nur an den Knien und Sprunggelenken erlaubt sind und nicht an anderen Stellen des Körpers (z. B. Ellenbogen). Andererseits wird klargestellt, dass Bandagen nicht als offizielle Kleidung oder Equipment eingeordnetwerden, sondern letztlich wie Luft zu behandeln sind. Demnach darf der Athlet, der die Bandage trägt, diese nicht greifen (was bei der offiziellen Kleidung und dem Equipment erlaubt ist) oder anderweitig nutzen. Die Verteidigung einer Submission durch Greifen in die Bandage wäre demnach nicht erlaubt. Dadurch soll verhindert werden, dass Athleten durch das Tragen der Bandagen, was ja bereits einen Vorteil darstellt, weitere Vorteile ziehen können, die Athleten ohne Bandagen nicht haben. Zu guter Letzt wird im neuen Regelwerkstext empfohlen, dass die Bandagen entweder schwarz oder entsprechend der Farbe der Ecke der Athleten rot oder blau sein sollen, sodass das visuelle Erscheinungsbild der Athleten möglichst einheitlich bzw. stimmig bleibt.